Das ist schon immer ein tolles Turnierformat für die jüngsten Schachspieler*innen, welches die NSJ alljährlich kurz vor Weihnachten organsiert. Die LJEM U8 und der Schnellschachpokal U10/U12 stehen schon seit vielen Jahren auch für unsere Schachjugend auf dem Programm und in diesem Jahr war ich nun mit 6 Spielern (Gloria erkrankte leider kurzfristig) dort vor Ort. Mit Theo (U8), Anton, Myron, Andrej und Benjamin (alle U10) und Richard (U12) kam eine lebendige Truppe zustande - für Andrej die erste Erfahrung im Turnierformat aus unseren Reihen - er ist noch ganz neu dabei und da braucht es schon manchmal besonders viel Mut, gleich bei so einer Fahrt mit 2 Übernachtungen in der Jugendherberge mitzumachen. Und darum geht es letztendlich auch - Mitmachen und Freude am Schachspiel haben, das Erlebnis der Gemeinschaft mit vielen schachbegeisterten Kindern und das Übernachten in der Jugendherberge - auch ohne Elternbegleitung - zu meistern.
Wie immer wurde das Wochenendevent mit einem Blitzturnier am Freitag Abend gestartet - die Teilnahme hierbei ist freiwillig, alle unsere 6 Kinder nahmen aber gerne teil. Erfreulicherweise gab es hier - im Gegensatz zu früher - kein "Erster-falscher-Zug-verliert". Das macht doch so ein Blitzturnier bei den Jüngsten auch etwas sportlicher. Am Ende des Abends haben unsere Kinder alle irgendwie mindestens einen Punkt ergattern können - und Süßigkeiten als Preis gab es ebenfalls für alle.
Die folgende Nacht war für unsere Jungs kurz - sehr kurz. Scheinbar gab es viel zu bequatschen und zu spielen. Und wie immer kam ich am Folgemorgen nach kurzer Nacht zu früh zum Wecken ins Zimmer. Mit etwas Zeit kamen sie dann dennoch alle aus den Betten, zum Frühstück und um 9.00 Uhr pünktlich zu ersten Runde an's Brett. Am Samstag wurden 4 Runden gespielt - in allen Altersklassen mit 30 Minuten Bedenkzeit und - zur Erleichterung der meisten Kinder - ohne Notation. Einige Kinder nahmen aber die Möglichkeit der freiwilligen Notation dennoch in Anspruch - auch Theo schrieb die meisten seiner Partien fleißig mit! Am Ende der 4 Runden hatten Theo und Anton eine 50% Quote auf dem Konto - und für einige unserer Spieler war teilweise auch etwas Trost und aufmunternde Worte für verlorene Partien notwendig. Für den Rest lief es eher durchwachsen und Punkte kamen nur durch einige spielfreie Begegnungen zustande.
Der freie Nachmittag wurde genutzt, um vergessene Utensilien zu besorgen. Seife, Zahnpasta, Zahnbürste und Getränke - zum Glück wurden wir für alles fündig. Das abends dringend für eine Dusche benötige Handtuch wurde als fehlend bei dem Kind leider erst abends entdeckt. Da musste die Dusche dann doch der Katzenwäsche und frischen Klamotten weichen. Und auch Tandemschach und benötigte Bewegung auf dem Bolzplatz sollten nicht zu kurz kommen! Nach dem Abend wurde das beliebte und - entgegen dem Namen- gut organisierte "Chaos-Spiel" veranstaltet. Hier mussten die Kinder den König auf dem Schachbrett würfelnd laufen lassen und entsprechende Zettel mit der Feldnummer suchen - die in den Räumlichkeiten überall verteilt waren. Nach Nennung des Codewortes auf der Rückseite des richtigen Zettels mussten Aufgaben gelöst werden - Kopfrechnen, Allgemeinwissen, schachliche Aufgaben und ein Siegestanz am Ende des Spiels führten letztendlich zum Sieg.
Die zweite Nacht war dann deutlich ruhiger in unserem Jungszimmer. Dennoch: trotzdem früheres Wecken; vor dem Frühstück mussten die Betten abgezogen sein und die Koffer gepackt. Kein leichtes Unternehmen mit 6 Jungs gleichzeitig - aber ich habe darin mit den Jahren (die Kinder wechseln, die Situation ist immer ziemlich gleich ;-)) viel Übung und dieses mal nur ein Zimmer zu beaufsichtigen, was es deutlich vereinfachte. Die drei Runden am Sonntag liefen zur Freude aller Kinder bei allen etwas erfolgreicher. Am Ende des Turniers hatten sie alle aus eigener Kraft mindestens einen Punkt geschafft, Theo war sehr stolz auf seine 6. Partie, die er taktisch gut wenden konnte und sich zum Sieg durchkämpfte. Er war am Ende auch unser Top-Punkte Scorer mit 4 Punkten und einem prima 7. Platz in der U8. Zur letzten Partie war durchaus noch ein Treppchenplatz drin - aber hier spielten dann vielleicht auch die Nerven nicht mehr mit und sie ging schnell verloren. Alle Kinder freuten sich über die kleinen Geschenke ("Treppenläufer-Spiralen" Fallschirmspringer, Stressbälle, Ü-Eier u.v.m.), die es Beginn jeder Runde gab. Das ein oder andere führte bestimmt auch zur gesteigerten Lebendigkeit auf den Fluren, Zimmern und den Gemütern der Kinder ;-.
Fazit der Jungs war einheitlich, dass es ihnen gefallen habe - zum Glück auch bei dem einen Spieler, der zu Beginn auf der Hinfahrt erst sehr wenig Lust zu dem WE hatte und etwas rumnörgelte. Eine Wiederholung 2024 ist für alle Teilnehmenden altersmäßig auf jeden Fall möglich - vielleicht findet sich ja der ein oder die andere Spieler*in noch zusätzlich mit ein. Ein Dank auch an die fahrenden Eltern und die Bildung von Fahrgemeinschaften - das klappt besonders bei unseren Jüngsten gerade hervorragend!
Abschlusstabellen wird es - hoffentlich bald aktualisiert - auf der Seite der niedersächsischen Schachjugend geben:
Ergebnisse LJEM U8 / Schnellschachpokal U10 und U12 – Niedersächsische Schachjugend (nsj-online.de)