Pokal-Aus in Osnabrück

Am Valentinstag fuhr eine Auswahl von Spielern der ersten Mannschaft zum Viertelfinale der niedersächsischen Pokalmeisterschaft nach Osnabrück. Trotz schlechten Wetters kamen wir sehr zeitig an. Das war auch gut so, da sich die Parkplatzsituation im Umkreis des Spiellokals als extrem ungünstig und zeitraubend herausstellen sollte. Letztlich saßen wir aber pünktlich an den Brettern.

Dirk Ermel übernahm das erste Brett und konnte mit den weißen Steinen einen positionellen Vorteil herausspielen. Nach Abtausch aller Leichtfiguren beherrschte er sodann mit seinen Schwerfiguren die C-Linie. Leider jedoch war dies nicht für einen Gewinn ausreichend, sodass man sich schließlich auf Remis einigte.

Ich (Rüdiger Schmoldt) hielt zunächst am dritten Brett mit den Schwarzen Figuren spielend gut mit und ein Raumvorteil stand in Aussicht. Ein Bauerngewinn auf der A-Linie sollte sich aber als Bumerang erweisen. Mein Gegner drang auf der B-Linie in meine Stellung ein, gewann den Bauern zurück und konnte mit taktischen Mitteln meine Königsstellung zerstören. Wenig später gab ich auf.

Diese Niederlage bedeutete wegen der besonderen Hilfswertung im Pokalturnier für uns, dass Helge Verhoef nun am zweiten Brett unbedingt gewinnen musste. Bei einem Remis würde uns auch ein Sieg am vierten Brett nicht einmal zum Ausgleich reichen.

Es keimte sogar Hoffnung auf, da Helge etwas besser stand und schließlich einen Mehrbauern besaß. Leider gelang es seinem Gegner jedoch geschickt abzutauschen und eine Stellungswiederholung zu erzwingen. Damit war der Pokalkampf verloren.

Nun lief nur noch die Partie am vierten Brett. Nach mittlerweile langer Spielzeit von etwa sechs Stunden fragte Axel Janhoff seinen Gegner, ob er denn in Anbetracht der Tatsache, dass Osnabrück bereits gesiegt habe, noch gewinnen wolle und bot Remis an. Dieser entschied sich, weiter zu spielen, da er einen Mehrbauern hatte. So weit, so gut. Dem Osnabrücker gelang es aber in dieser Phase der Partie nicht, einen wesentlichen Vorteil zu erlangen. Axel verteidigte sich zäh. Schließlich wurden auch noch die Türme abgetauscht und es verblieben nur ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Bekanntermaßen sind solche Endspiele meistens Remis, selbst bei deutlichen Bauernmehrheiten. Axel bot nochmals Remis an, sein Gegner spielte jedoch unbeirrt weiter.

Nun entstand eine unschöne und unsportliche Situation, da der Osnabrücker sich offensichtlich mit einem Remis nicht abfinden wollte und anscheinend hoffte, seinen Gegner „über die Zeit ziehen“ zu können. In der Tat hatte Axel nur noch weniger als eine halbe Minute auf der Uhr und Dirk hatte längst begonnen die ausgeführten Züge laut mitzuzählen. Aber auch nachdem mehr als 50 Züge lang kein Stein geschlagen worden war und kein Bauer einen Schritt gemacht hatte, wollte der Osnabrücker Spieler keine Punkteteilung akzeptieren. Nun griff endlich der gegnerische Mannschaftsführer ein und anerkannte das Remis. Das Ergebnis lautete somit 1,5:2,5 gegen uns.

Kurz nach 18.00 Uhr fuhren wir wieder nach Hildesheim und fanden es natürlich schade, das Halbfinale nicht erreicht zu haben. Unsere Verwunderung über das Verhalten des Gegners war allerdings größer, als unsere Enttäuschung über die Niederlage.