Gestern stand das letzte Heimspiel gegen Hameln 2 an, parallel spielte die erste Mannschaft gegen ESV Göttingen. Ich hatte die aktuell bestmögliche Aufstellung an den Start gebracht und auch die sonst üblichen kurzfristigen Absagen blieben diesmal aus. So konnte ich mich ausschließlich der Mannschaftsführung widmen und alle Partien in Ruhe verfolgen. Unsere Gäste kamen zwar etwas zu spät, aber dafür hatten sie auch ihre besten Aufstellung an den Start gebracht. Die Voraussetzungen waren klar, mit einem Sieg würden wir Hameln überholen und vorzeitig den Klassenerhalt sichern können.
Zunächst passierte nicht viel, alle kamen ordentlich aus der Eröffnung. Dann kam schon früh die Stunde von Rüdiger. Zunächst zwang er durch ein Läuferschach den gegnerischen König auf die Rochade zu verzichten, dann drohte der Läufer den Turm zu schlagen und als der MF der Hamelner den Läufer einfach rauszuschlagen glaubte schnappte die Springergabel auf König und Dame zu! Unglaublich nach nicht einmal einer Stunde hatte Rüdiger für Läufer und Springer eine Dame erobert, der erste Punkt für uns schien sicher!
Dann wurde an allen Brettern zunächst munter weitergespielt. Ein wenig Sorgen machte ich mir bei Stephan. Er kam mit seinen schwarzen Steinen in eine unübersichtliche Stellung und verbrauchte schon früh viel Zeit. Ebenso verbraucht Marco sehr viel Zeit. Nach gerade mal 11 Zügen hatte er nur noch 16 min auf der Uhr, aber er stand sehr gut und hatte einige offensive Motive.
Werner, Andre, Niklas und Daniel spielten munter mit und standen ordentlich mit Optionen in alle Richtungen. Helge hingegen versucht am Königsflügel die Bauern nach vorn zu treiben, wurde aber von seinem Gegner erfolgreich aufgehalten. Nach einigem abtauschen hatte er einen schlechten Läufer gegen einen starken Springer und musste um Ausgleich kämpfen.
Das erste Remis holte Werner. Er spielte die ganze Partie gegen den starken Spitzenspieler der Gäste auf Augenhöhe und holte ein verdientes Remis. Inzwischen war Daniel auch im Endspiel angelangt. Er stand etwas Druckvoller und lehnte ein Remisangebot ab. Wie es manchmal leider so läuft, wenn es eben nicht läuft patzte er kurz danach, stand sofort auf Verlust und gab auf. Das kam unerwartet.
Helge rettete sich in ein Remis, was bei seiner Stellung ein gutes Ergebnis war. Niklas spielte die ganze Zeit solide, ließ nichts anbrennen und holte ebenfalls ein Remis. Leider konnte Stephan dann in Zeitnot seine Stellung nicht mehr halten und musste seine Partie verloren geben. Wir lagen also 1,5 zu 3,5 hinten, aber Andre, Marco und Rüdi standen alle auf Gewinn, es hätte also noch klappen können.
Was war eigentlich mittlerweile bei Rüdiger passiert? Sein Gegner verteidigte sich äußerst hartnäckig und Rüdi fand einfach nicht so richtig den Durchbruch. Sein Gegner verbesserte sich Zug um Zug, eroberte 2 Bauern und bildete eine Freibauern auf der F-Linie, das sah gefährlich aus. Rüdiger war inzwischen mit Dame und Turm auf der 7.Reihe angekommen und spielte auf matt. Den Freibauern musste er ziehen lassen und er wandelte sich zur Dame um. Nun stellt Rüdiger mit Entsetzen fest, dass das Feld wo er mattsetzen wollte vom Läufer gedeckt war. Jetzt hatte er plötzlich 2 Leichtfiguren weniger und der sicher geglaubt Sieg war futsch.
Marco machte inzwischen mächtig Druck, drang mit seinem Turm auf F7 ein, stelle Fesselungen auf, drohte sogar seine B-Bauern umzuwandeln oder von diesem gestützt mit der Dame matt zu setzen. Mal wieder ein sehr starker, unwiderstehlicher Angriff von Marco wie wir ihn in dieser Saison schon häufig von ihm bewundern durften! Tolle Partie Marco!
Jetzt spielte nur noch Andre. Er hatte 2 verbundene Freibauern am Damenflügel gebildet und steuerte mit Turm und Dame einem Sieg entgegen. Aber er fand einfach nicht so den richtigen Gewinnplan, verzettelte sich und musste tatsächlich seine Dame für einen Turm und 2 Bauern geben. Es gelang ihm aber zumindest noch sich ins Remis zu retten und so ging das Spiel mit 3-5 verloren.
Wer so viele Chancen liegen lässt wie wir, steigt normalerweise ab. Tatsächlich haben wir durch die 3 Brettpunkte die wir geholt haben eine Abstiegsplatz verlassen, da unsere Konkurrenten noch höher verloren haben als wir. Jetzt gilt es im letzten Spiel in Gliesmarode nochmal alles zu versuchen um diesen 8.Platz zu halten, da es aktuell nach 2 Absteigern bei uns aussieht.