Was für ein kurioser Spieltag… was für eine Klatsche!Ein Mannschaftskampf mit legendären Opfern und einer Schlafmütze!
Aber alles der Reihe nach: Am Tag vor dem Auswärtsspiel in Bovenden war ich noch guter Dinge, dass wir vielleicht mal wieder einen Mannschaftspunkt erspielen, immerhin spielten wir gegen den Mitabstiegskonkurrenten von der SG Union Plesse Göttingen. Aber der Blick auf das Handy am Sonntagmorgen machte kein Spaß: eine krankheitsbedingte Absage. OK! Das erste Brett bleibt halt mal wieder frei – gegen den Mannschaftskapitän der Bovender hätten wir sowieso nicht so große Chancen gehabt. Am Treffpunkt angekommen, wartete Aaron wie immer schon. Dann drudelten die nächsten Spieler ein, aber irgendwie fehlte einer… Grüße an dieser Stelle an unsere Schlafmütze!
So machten wir uns mit deutlicher Verspätung auf den Weg. Wie gut dass der Weg so weit ist, da konnte man im Auto noch die Mannschaftsaufstellung umplanen. In Bovenden angekommen, kam der nächste Schock: Die Bovenderer hatten eine sehr starke Mannschaft aufgeboten: An allen Brettern lagen wir mindestens mit 200 DWZ-Punkten im Rückstand. Außerdem ging es auch gleich mit 2 Punkten Rückstand los.
Nach einer ¾ Stunde sah es an allen Bretten noch recht ausgeglichen aus. Bei Niklas und Andreas waren schon einige Figuren getauscht und am letzten Brett gab es ein Damenduell, wobei beide sehr langsam und bedächtig spielten. Nur Aaron hatte einen Minus-Bauern auf dem Brett. Aber das heißt ja bei Aaron noch gar nichts. Er spielte sehr aggressiv. Er spielte sehr interessante Figurenopfer, die sein Gegner vor Probleme stellte, da dieser sehr aufpassen musste, in dieser Phase keine Fehler zu machen. Die Opfer waren aber einfach legendär, man sollte sie gesehen haben. Leider hielt Aarons Gegner seine Stellung zusammen. Die legendären Opfer verfehlten ihr Ziel und Aaron gab auf.
Andreas war bei seiner Partie etwas besser aus der Eröffnung gekommen, da sein Gegner mit kleinen Ungenauigkeiten spielte. Er konnte auch im weiteren Spielverlauf die Partie offen halten und da sich abzeichnete, dass es für beide Seiten schwer werden würde, die Partie zu gewinnen, bot Andreas ein Remis, das angenommen wurde. Das war so auch in Ordnung, da Andreas doch schon die ein oder andere Partie in der Zeitnotphase verloren hatte. So erfreulich das Remis auch war, wir hatten damit den Mannschaftskampf verloren.
Bei Niklas und Uschi war alles noch ausgeglichen und beide Partien sollten noch etwas dauern. Nach 3 ½ Stunden erhielt Niklas ein Remisangebot: Er hatte zwar einen Bauern weniger, dafür war sein Gegner in Zeitnot. Außerdem hätten beide Spieler sehr genau spielen müssen, um zu gewinnen. Folgerichtig wurde auch dieses Remis angenommen.
Uschi hatte inzwischen durch eine Unachtsamkeit einen Bauern verloren, aber das Spiel war trotzdem noch offen. Ihr Remisangebot wurde aber nicht angenommen. Das Spiel gestaltete sich für beide Seiten schwierig, aber es war noch nicht klar, wer sich durchsetzten würde. Durch eine weitere Ungenauigkeit verlor Uschi einen weiteren Bauern, damit war die Partie eigentlich schon entschieden. Uschis Versuch, sich ins Patt zu retten, hatte keinen Erfolg, so dass das Spiel auch verloren ging: So hatten wir mit guter Leistung eine 1:5 Klatsche eingefahren.
Unser Mitabstiegskandidat ESV Göttingen 5 ist heute mit seinen besten Spielern aufgelaufen und mit Schützenhilfe aus eine höheren Mannschaft haben diese ihr Spiel gewonnen. Somit sind wir (HiSV4) so gut wie sicher abgestiegen. Rechnerisch ist für uns der Klassenerhalt zwar noch möglich, aber dafür müssten wir unsere beiden verbleibenden Spiele gewinnen und ESV Göttingen 5 seine beiden verbleibenden Spiele verlieren.
Aber ich will nicht Schwarzmalen: Unsere reumütige Schlafmütze spricht uns Mut zu: Zur Wiedergutmachung will sie sich „... Zuhause hinsetzen und richtig viel Schach üben, denn sie findet es wichtig, dass Brett 6 immer ein Punkt erzielt.“ In ihren Augen wäre es „...super schade... wenn wir nicht gemeinsam gewinnen, dass würde ihren Ehrgeiz kränken. WIR WERDEN DAS GEMEINSAM ALS TEAM SCHAFFEN!!!“
Wenn das keine Hoffnung für den Klassenerhalt macht!